Was ist ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)?
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Wer ein älteres Haus besitzt, kennt das Problem: Der Heizungsbauer empfiehlt eine neue Heizung, der Dachdecker eine Dachdämmung, der Fensterbauer neue Fenster. Jeder hat aus seiner Sicht recht — aber niemand betrachtet das Haus als Ganzes. Genau diese Lücke schließt der individuelle Sanierungsfahrplan, kurz iSFP.
Das Haus als Ganzes betrachtet
Der iSFP ist das Ergebnis einer geförderten Energieberatung für Wohngebäude nach einem bundesweit einheitlichen Standard. Am Anfang steht eine gründliche Aufnahme vor Ort: Außenwände, Dach, Fenster, Kellerdecke, Heizung, Warmwasser — der gesamte energetische Zustand des Gebäudes wird erfasst.
Daraus entsteht ein Dokument, das zwei Dinge zeigt:
- Wo Ihr Haus heute steht — verständlich aufbereitet, mit den wichtigsten Schwachstellen auf einen Blick.
- Wie es Schritt für Schritt besser wird — sinnvolle Maßnahmenpakete in der richtigen Reihenfolge, jeweils mit grobem Kostenrahmen, erwarteter Einsparung und passenden Förderprogrammen.
Der Fahrplan denkt dabei in realistischen Etappen: Kaum jemand saniert alles auf einmal. Typisch ist ein Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahren, in dem Maßnahmen dann angegangen werden, wenn sie ohnehin anstehen — etwa wenn das Dach neu gedeckt werden muss oder die Heizung ihr Lebensende erreicht.
Warum die Reihenfolge so wichtig ist
Ein Beispiel: Wer zuerst eine Wärmepumpe einbaut und Jahre später dämmt, kauft die Wärmepumpe oft größer und teurer als nötig — und sie läuft jahrelang in einem schlecht gedämmten Haus unwirtschaftlich. Wer umgekehrt plant, spart doppelt. Solche Wechselwirkungen sichtbar zu machen, ist die eigentliche Stärke des Sanierungsfahrplans.
Kosten und Förderung
Die Erstellung eines iSFP wird vom Bund bezuschusst: Einen erheblichen Teil des Beratungshonorars übernimmt das Förderprogramm „Energieberatung für Wohngebäude” (zuletzt 50 % mit Obergrenzen je nach Gebäudetyp — die genauen Konditionen ändern sich, bitte aktuellen Stand prüfen). Der Zuschuss wird dabei direkt vom Beratungshonorar abgezogen; Sie zahlen nur den Eigenanteil.
Dazu kommt ein zweiter finanzieller Vorteil: der iSFP-Bonus. Für viele spätere Einzelmaßnahmen — etwa Dämmung oder Fenstertausch — erhöht sich der staatliche Zuschuss um zusätzliche Prozentpunkte, wenn die Maßnahme in einem gültigen Sanierungsfahrplan vorgesehen ist (auch hier gilt: Details vor Antragstellung prüfen).
Für wen lohnt sich der iSFP?
- Eigentümer älterer Ein- und Zweifamilienhäuser, die in den nächsten Jahren ohnehin investieren müssen
- Käuferinnen und Käufer, die vor oder kurz nach dem Hauskauf wissen wollen, was auf sie zukommt
- Alle, die Förderung optimal nutzen wollen — der iSFP-Bonus macht den Fahrplan in vielen Fällen faktisch kostenlos
Weniger sinnvoll ist der iSFP für Häuser, die bereits umfassend saniert sind, oder wenn nur eine einzelne kleine Maßnahme ansteht.
Fazit
Der iSFP ersetzt Bauchgefühl durch einen Plan. Er kostet wenig, weil der Bund den Großteil übernimmt, verhindert teure Fehlentscheidungen und erhöht die Zuschüsse für spätere Maßnahmen. Für die meisten älteren Wohnhäuser ist er der beste erste Schritt einer Sanierung.
Sie möchten wissen, ob ein iSFP für Ihr Haus sinnvoll ist? Nehmen Sie Kontakt auf — das Erstgespräch ist kostenlos.